Tipps & Tricks

Kaffeemahlen – wie geht es richtig?


Warum der Mahlgrad für den Kaffee so wichtig ist.

Die Wahl des falschen Mahlgrades kann große Auswirkungen auf den Geschmack Ihres Kaffees haben und zum Beispiel dafür sorgen, dass er wässrig oder bitter schmeckt. Warum? Kaffeebohnen enthalten über 1000 verschiedene Aromen. Wird der Mahlgrad falsch eingestellt, gelangen auch nicht gewünschte Aromen und andere lösliche Teile der Bohnen in den Kaffee. Nur mit dem richtigen Mahlgrad werden auch die richtigen Aromen herausgelöst und ein einwandfreies Geschmacksergebnis garantiert. Ein falsch eingestellter Mahlgrad kann also im schlimmsten Fall bewirken, dass auch beste Kaffeebohnen einen schlechten Kaffeegeschmack hervorbringen.

Die Kontaktzeit von Kaffee und Wasser

Das optimale Kaffeeergebnis hängt von der Kontaktzeit des Kaffees mit dem Wasser ab. Anders ausgedrückt: Je kürzer das Wasser das Kaffeemehl durchläuft, desto feiner muss dieses sein. Eine gröbere Mahlung eignet sich daher für eine Kaffeezubereitung mit längerer Kontaktzeit. Der Grund dafür ist das Herauslösen der Aromastoffe während des Brühvorgangs. Durch das heiße Wasser werden die Aromastoffe während der Kontaktzeit aus dem Kaffee extrahiert. Bei einer zu langen Kontaktzeit bzw. einem zu feinen Mahlgrad gelangen viele Bitterstoffe in die Tasse: Der Kaffee schmeckt dann bitter und stark – man spricht dann von Überextraktion. Zu einer Unterextraktion kommt es, wenn der Mahlgrad zu grob und die Kontaktzeit zu kurz sind. Die Folge: wässriger und säuerlicher Kaffee.

Um beides zu vermeiden, lassen sich Mahlgrad, Wassermenge, Brühzeit bzw. Kontaktzeit sowie die Wassertemperatur bei den meisten Maschinen einfach einstellen.

Welche Kontaktzeiten gibt es?

Bei der Zubereitung von Espresso beträgt die Kontaktzeit von Wasser und Kaffeepulver in der Regel nur etwa 25 Sekunden. Der Brühvorgang eines Filterkaffees liegt mit etwa 2 Minuten im Mittelfeld, während die Kontaktzeit in der French Press rund 4 Minuten beträgt. Bei so großen Unterschieden ist es also hilfreich, für ein optimales Ergebnis den Mahlgrad an die Kontaktzeit der gewünschten Zubereitungsart anzupassen.


Welcher Mahlgrad ist der richtige?

Möchten Sie Ihren Kaffee in der French Press zubereiten, ist ein grober Mahlgrad empfehlenswert: Das Wasser hat hier genügend Zeit, um die guten Aromastoffe aus den gröberen Kaffeepartikeln herauszulösen.

Für die Zubereitung von Mokka oder Espresso empfiehlt sich ein besonders feiner Mahlgrad, damit das Wasser in der kurzen Kontaktzeit alle gewünschten Aromastoffe extrahieren kann.

Der Brühvorgang eines Filterkaffees ist prädestiniert für einen mittleren Mahlgrad. Viele Kaffeevollautomaten passen den Mahlgrad automatisch der Kontaktzeit an.

Wenn Sie Ihren Kaffee bereits gemahlen kaufen, achten Sie stets auf den Mahlgrad und die auf der Verpackung angegebenen Kaffeezubereitungsarten, z.B. Espresso, Lungo oder Café Crème. So erleben Sie keine bösen Geschmacksüberraschungen beim Kaffeetrinken.