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Espresso enthält am meisten Koffein – wahr oder falsch?


Koffein ist nicht nur der bekannteste Inhaltsstoff von Kaffee, sondern auch einer der Hauptgründe dafür, warum er so beliebt ist. Aber in welchem Kaffeegetränk steckt eigentlich am meisten Koffein? Ist es der Espresso, wie viele glauben – oder doch ein anderer Kaffee? Hier erfahren Sie mehr über den Koffeingehalt von Espresso, Lungo und Co. 

 

Koffein: Schutz- und Energiespender

Ein Morgen ohne Kaffee? Für die meisten Kaffeetrinker undenkbar – schließlich schmeckt Kaffee nicht einfach nur lecker, sondern macht dank Koffein auch fit für den Tag. Koffein ist dem Botenstoff Adenosin ähnlich, der natürlich im menschlichen Gehirn gebildet wird und den Zellen signalisiert, dass sie ermüdet sind. Koffein verhindert das Andocken des Adenosins an die Zellen, sodass diese ihre Leistungsfähigkeit behalten. So werden ebenfalls eintretende Müdigkeitseffekte verhindert. Koffein gehört zu den Alkaloiden (genau genommen ist es ein Purinalkaloid) aus der Stoffgruppe der Xanthine. Alkaloide zählen zu den psychoaktiven Substanzen, haben also Auswirkungen auf das menschliche Bewusstsein.

Koffein oder Coffein kommt nicht nur im Kaffee vor, sondern ist auch von Natur aus in vielen weiteren beliebten Lebensmitteln wie Schokolade oder Tee enthalten. Eine andere Bezeichnung für Koffein ist daher auch Tein (bzw. Teein oder Thein). Doch nicht nur von uns Kaffeetrinkern wird Koffein auf Grund seiner stimulierenden Wirkung sehr geschätzt, sondern auch vom Kaffeebaum – dem Ursprung des Koffeins: Kaffeebäume produzieren den Stoff zum eigenen Schutz. Sie nutzen das Koffein als natürliches Insektizid, betäuben oder töten damit also Schädlinge. Jede Pflanzenart produziert dabei eine unterschiedliche Menge an Koffein: So ist die Koffeinproduktion der Coffea Arabica nur halb so groß wie bei der Kaffeepflanze Coffea Canephora, besser bekannt unter dem Namen Robusta.

Wie viel Koffein steckt in Espresso, Filterkaffee oder Lungo aus der Kapsel?

Was ist denn jetzt dran am Kaffee-Mythos, dass der kleine Espresso den größten Koffeingehalt hat? Hier lesen Sie die Auflösung:

Espresso: der Kleine aus dem Siebträger

Bei einer eingesetzten Kaffeemenge von 10 g auf 25 - 40 ml Wasser und einer Extraktionszeit von 24 bis 30 Sekunden beträgt der Koffeingehalt eines Espresso im Schnitt ca. 30 mg.

Filterkaffee: der Schwarze aus dem Filter

Beim Filterkaffee kommen auf ca. 200 ml Getränkevolumen um die 12 g Kaffeemehl. Der Koffeingehalt liegt hier nach einer Extraktionszeit zwischen 120 und 240 Sekunden bei etwa 160 mg.

Lungo: der Lange aus der Kapsel

Der Lungo enthält bei ca. 5,5 g Kaffeemenge auf 110 ml Getränkevolumen und einer Extraktionszeit von 30 bis 50 Sekunden etwa 65 mg Koffein.

Café Crème: der Klassiker aus der Maschine

Der Koffeingehalt einer 110 ml Tasse Café Crème mit rund 7 g Kaffeemenge und einer Extraktionszeit von etwa 20 bis 30 Sekunden beträgt ca. 70 mg Koffein.

Die Menge macht’s 

Wie viel Koffein genau in einer Tasse steckt, hängt letztlich von folgenden Faktoren ab: von der Art der enthaltenen Kaffeebohnen, der eingesetzten Kaffeemenge sowie der Menge an verwendetem Wasser.

Beim Genuss einer Tasse Filterkaffee nehmen wir dementsprechend mehr Koffein zu uns als bei einem Espresso. Der Koffeingehalt hängt ganz von der Zubereitungsart des Kaffeegetränks ab: Je länger Kaffeepulver und Wasser in Kontakt sind, desto mehr Koffein kann herausgespült werden. Und umso koffeinhaltiger ist letzten Endes das Getränk.

Kaffeekapseln der gleichen Sorte enthalten stets die gleiche Menge an Kaffeepulver – und somit auch an Koffein. Bereitet man mit der Kapsel also einen Espresso zu, hat dieser aufgrund der kürzeren Extraktionszeit einen geringeren Koffeingehalt als ein Caffè Lungo der gleichen Kapsel.